Kinderhack

Corona mit kleinen Kindern geht dir auf’n Zeiger? Stundenplan mit Zeigeruhr bauen!

Corona-Stundenplan-Uhr
Wenn die Kita mal län­ger aus­fällt: Ein Coro­na-Stun­den­plan für Kin­der

Alle reden von Corona-Stundenplänen für Kinder zuhause

Kee­ein­ah­nung, wie ich ’s grad um, watt (?), 23:50 Uhr (!) schaff’, mich an’ Gom­pu­ta su set­zen und mir watt Grea­tivs aussudenk’n, anstel­le von nur das Nötig­ste für Job, Kin­ners und das Funktionier’n von sowatt wie Part­ner­schaft zu erle­di­gen, um mich dann vööööl­lich fet­tisch auf’s Ohr zu hau’n. In Din­ges… äh.. Goro­na-Zei­ten, festeeeht sisch. Es muss der Wein sein, den isch grad mit­te’m Part­ner auf­’e Couch run­ner gesüp­pelt hab’, um mal run­ner zu tack­ten.

Jetzt mal Klartext mit klarem Kopf

Ich hab’ zuvor Bian­cas Arti­kel über Home­schoo­ling gele­sen und bin baff: Wie hat sie das geschafft? So einen Plan auf krea­ti­vem Hoch­ni­veau zu erstel­len und dann auch noch dar­über einen Hack-Text zu ver­fas­sen – wäh­rend man zuhau­se in einer Woh­nung ohne Gar­ten das Kind betreut und gleich­zei­tig Home­work für den Job erle­di­gen muss?

Nach mei­nen der­zeit ca. sie­ben bis acht Stun­den Jobar­beit, anschlie­ßen­der Über­nah­me der Kids, die mein Mann über Tag betreu­te – in einer äußerst stress­ge­la­de­nen Atmo­sphä­re, dann mühe­vol­lem, kau­gum­mizä­hem gemein­sa­men Zubett­brin­gen, dann den Du-hast-aber-ich-will-von-dir-Debat­ten und Run­ter­koch-Gesprä­chen auf der Couch, denk’ ich mir die­ser Tage doch eigent­lich nur noch – sofern ich dann noch den­ken kann: Vor fünf Stun­den woll­te ich schon nur noch ins Bett, ver­dammt!

Als wir dann auf der Couch ver­sin­kend doch die Kur­ve gekratzt haben – der Wein hat sicher­lich sei­nen Bei­trag gelei­stet – haben wir uns ‚was Krea­ti­ves aus­ge­dacht: Denn nicht nur Grund­schü­le­rIn­nen brau­chen für die nun ange­bro­che­ne Zeit zuhau­se einen Stun­den­plan, auch die klei­nen Kids berufs­tä­ti­ger Eltern, wie bei uns, die sonst ganz­tags in die Kita gehen, brau­chen – viel­leicht – einen Tages­plan. Nach einer gewis­sen Ein­ge­wöh­nungs­zeit wis­sen sie dann, was als näch­stes kommt und kön­nen sich dadurch irgend­wann sehr gut dar­auf ein­stel­len. Wenn man sie zusätz­lich in den Über­gän­gen zur näch­sten Akti­vi­tät an die Hand nimmt (gewalt­freie Kom­mu­ni­ka­ti­on und so…), ist das eine gute Vor­aus­set­zung für einen recht ange­neh­men Tag für alle. Wenn über einen län­ge­ren Tages­zeit­raum, über meh­re­re Tage so gar nicht klar ist, was wann pas­siert, droht kind­li­che Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit. Und das ent­lädt sich wie ein auf­ge­pu­ste­ter Bal­lon, der auf­ge­bla­sen, aber nicht zusam­men gekno­tet, los gelas­sen wird. Auf die ner­vig­ste Art und Wei­se. Von der aus alles immer schlim­mer wird. Nicht zuletzt: Wir Eltern funk­tio­nie­ren manch­mal auch ganz gut, wenn uns ein Plan zeigt, was geht. Wir kön­nen Slots ein­bau­en, in denen wir uns wirk­lich mit vol­ler Auf­merk­sam­keit und mit voll­stem Her­zen in die Kin­der­to­be­an­stalt bege­ben oder ein Buch vor­le­sen oder eine Nin­ja­go-Figur bespie­len, und wir kön­nen Slots ein­bau­en, in denen wir mit rei­nem Gewis­sen die Zeit voll für uns haben und die Kin­der voll für sich zufrie­den sind (weil sie gesät­tigt sind an den festen und auf­rich­ti­gen gemein­sa­men Akti­vi­tä­ten).

Der krea­ti­ve Part unse­res Suff­ge­sprächs also: Man könn­te eine ana­lo­ge Wand­uhr kau­fen und drum­her­um mit Ton­pa­pier und bun­ten Stif­ten einen Tages­plan mit Slots für bestimm­te Akti­vi­tä­ten basteln, so dass der Stun­den­zei­ger der Uhr immer genau zeigt, wel­che Pha­se gera­de ist: Früh­stück, gemein­sam Toben, allein Spie­len, ein Puz­zle oder Malen, Mit­tag, Ruhe, nach drau­ßen (Anm. am 23. März: Nach dem Chat zwi­schen Bund und Län­dern am gest­ri­gen Sonn­tag ist auch klar, dass man das als Fami­lie wei­ter­hin darf, für die näch­sten zwei Wochen), Snack, Mucke machen und so wei­ter.

Nun hau’ ich mich auf’s Ohr, und bin mor­gen hof­fent­lich nicht zu ver­ka­tert, um die Uhr zu bau­en, und um anschlie­ßend euch den Hack „Coro­na-Stun­den­plan für Kin­der” hier zu prä­sen­tie­ren.

Unser Stundenplan für kleine Kinder – es ist vollbracht

Hat doch ein paar Tage län­ger gedau­ert, aber nur weni­ge, und hier ist der Hack für euch, ihr wahr­schein­lich eben­so ver­zwei­fel­ten Eltern, sonst hät­tet ihr euch hier nicht hin­ge­klickt:

Alle Mate­ria­li­en (werb­li­che Kauf­links ganz unten im Arti­kel) auf gro­ßem Tisch zusam­men­le­gen:

  • Ana­lo­ge Wand­uhr
  • Kle­ber­stift
  • wei­ßes festes, dickes Papier oder wei­ße Kärt­chen
  • Ton­pa­pier in ver­schie­de­nen Far­ben
  • Sche­re
  • 2 grö­ße­re Stücke Pap­pe (Durch­mes­ser: jeweils Durch­mes­ser der Uhr + 20 cm)
  • Blei­stift oder ande­ren fei­nen Stift
  • dicke­ren schwar­zen Filz­stift oder Mar­ker
  • Wenn es sehr akku­rat wer­den soll: Line­al o.ä. für gera­de Stri­che und einen Faden für einen ordent­li­chen gro­ßes Kreis
Liste

Los geht das: Schrift­lich einen Tages­plan über zwölf Stun­den von mor­gens bis abends ent­wer­fen (bei uns von 7 Uhr bis 19 Uhr). Damit die Eltern etwas ent­la­stet wer­den, das Kind aber auch Qua­li­ty Time mit den Eltern genie­ßen kann: Gemein­sa­mes Bei­sam­men­sein und Machen und Ein­zel­ak­ti­vi­tä­ten abwech­seln. Z.B.

Die Uhr auf das gro­ße Stück Pap­pe legen und mit dem Blei­stift die Außen­kan­te auf die Pap­pe nach­zeich­nen.

Anschlie­ßend mit dem Stift und mit­hil­fe eines Line­als die Zeit­ab­schnit­te auf der Pap­pe als qua­si Ver­län­ge­rung der Uhr ein­tei­len.

Jetzt die Uhr run­ter­neh­men und einen zwei­ten äuße­ren Kreis um die Blei­stift-Kon­struk­ti­on zeich­nen. Dabei unge­fähr 10 cm Abstand zum Uhren-Kreis neh­men. Ent­we­der man zeich­net den zwei­ten Kreis frei Hand oder hat einen run­den Gegen­stand, den man als Vor­la­ge neh­men kann ODER nimmt ein Band zur Hand. Die­ses hält man mit einer Hand am abso­lu­ten Mit­tel­punkt fest, nimmt die rich­ti­ge Län­ge ab und hält dann den Stift an die­sem zwei­ten Ende fest. Jetzt mit dem gespann­ten Band und dem Stift, wäh­rend man das ande­re Ende wei­ter­hin am Mit­tel­punkt auf der Pap­pe fest­hält, den Kreis zeich­nen.

Am Ende die­ses Schrit­tes die Zeit­span­nen als spä­te­re Hil­fe auf jeden Abschnitt schrei­ben und bei jedem zwei­ten Abschnitt zusätz­lich ein Kreuz ver­mer­ken (ist spä­ter auch wich­tig. Hin­weis dazu: Falls es beim letz­ten Abschnitt nicht ganz auf­geht mit „Kreuz”-„Kein Kreuz”, dann lie­ber ein Kreuz zu viel als zwei Tei­le ohne Kreu­ze neben­ein­an­der)

Jetzt alle äuße­ren „Kuchen­tei­le” aus­schnei­den.

Über­legt, wel­cher Zeit­ab­schnitt wel­che Far­be bekom­men soll.

Jetzt könnt ihr die Tei­le als Scha­blo­ne benutzt und bun­te Tei­le aus­schnei­den.

Dabei so vor­ge­hen, dass ihr sicher­heits­hal­ber a) die Tei­le mit der Schrift nach unten auf das Ton­pa­pier legt. Denn, z.B. ich, habe nicht sym­me­trisch gear­bei­tet und nur so pas­sen hin­ter­her dann alle Tei­le zusam­men. b) Bei den Tei­len mit den Kreu­zen lasst ihr links und rechts immer ein wenig Beschnitt­zu­ga­be dran. Auch sicher­heits­hal­ber, denn dann habt ihr spä­ter kei­ne unschö­nen Lücken.

Das zwei­te Stück Pap­pe posi­tio­nie­ren und die Uhr mit­tig drauf legen.

Die bun­ten Tei­le ver­teilt ihr nun kor­rekt um die Uhr. Die brei­te­ren Stücke kom­men dabei immer nach unten, die pass­ge­nau­en kom­men nach oben.

Wenn alles passt, könnt ihr die Tei­le auf die Plat­te kle­ben und dabei drauf ach­ten, dass die brei­te­ren Stücke unter den pass­ge­nau­en ange­ord­net wer­den. Wenn zwei Tei­le mit Kreu­zen am Ende auf­ein­an­der fol­gen, weil es nicht ganz auf­ging, ist der Über­schuss egal oder man schnei­det ihn jetzt ab.

Die Uhr ent­fer­nen und den „gro­ßen” Kreis ent­lang der Außen­kan­te der Kuchen­stücke aus­schnei­den.

Nehmt euch das wei­ße Papier und malt für jeden Zeit­ab­schnitt das pas­sen­de bild­li­che Sym­bol auf. (Klei­ner Tipp: Recher­chiert anhand einer Bil­der­su­che Pro­fi­bil­der, z.B. mit dem Stich­wort „Icon bre­ak­fast” oder „Icon out­side” etc.)

Schnei­det die Sym­bo­le aus und klebt sie an die rich­ti­gen Stel­len.

Am Ende hin­ter der Uhr, wo die Uhr (mit­samt Pap­pe) auf­ge­han­gen wird, ein groß­zü­gi­ges Loch schnei­den. Nagel an die Wand, auf­hän­gen und feeeeeeer­tig.

Na ja, jetzt geht der All­tag damit erst los. Hei­ei­ei­ei­ei. Soll­te der erste Tag eine Kata­stro­phe sein: Bleibt dran, der ein­ge­hal­te­ne Rhyth­mus zahlt sich spä­ter aus.

Mate­ria­li­en bestel­len (Wer­bung):

Schlich­te, gün­sti­ge Wand­uhr mit Zif­fern­blatt
oder schwar­ze Uhr mit wei­ßen Zif­fern
Ton­pa­pier-Block A4, ver­schie­de­ne Far­ben
Kle­be­stift
Wei­ße Kar­tei­kar­ten
Schwar­zer Edding

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